Willi Platzer

Biographie

Was macht die Biographie eines Menschen aus?

Lange Jahre hab ich darunter gelitten, unter "Biographie" nicht eine Latte von Ausbildungsorten und berühmten Lehrern anführen zu können, bei denen ich studiert habe. Studiert habe ich nämlich nicht. Jedenfalls nicht "regulär". Ich würde mich eher als Jäger und Sammler bezeichen, einen, der die Liebe zur Musik, das Aufgehen-und Abtauchen-Können in ihr, ganz sicher als Geschenk auf den Weg mitbekommen hat. Vom Schöpfer nämlich.

Mein leiblicher Schöpfer, mein Vater, hatte unter anderem 3 features. Erstens er trommelte in seinen jungen Jahren auf allem und jedem herum, das ihm unter die Finger kam, sang aus Herzenslust Opernarien und hat mir als Kind stundenlang Geschichten zur Werken klassischer Musik erzählt... und mir später meine ersten Jazzplatten geschenkt. Und meine ersten Congas. Die Trompete und die E-Gitarre (ohne Verstärker, den konnten wir uns nicht leisten), kam von Mama. Die Trink - und Weingläsersammlung meiner Oma durfte ich zwar nur ausleihen, aber bei jedem Besuch als Percussion Set bespielen. Dadurch habe ich meine Liebe zu den leisen Tönen entdeckt. Unbedingt erwähnen muss ich als prägenden Einfluss auch meine Musiklehrerin im Gymnasium Villach, Fr. Prof. Johanna Wedenig. Durch sie habe die lebensspendende Kraft, die in der Ausübung von und in der Beschäftigung mit Musik liegt, kennenlernen dürfen.

Durch einen glücklichen Umstand bin ich auf den deutsche Perkussionisten Jo Frauenknecht gestossen, der brachte mir die ersten Schläge auf den Congas bei. Dann haben mich Gerhard Reiter (A), Luis Ribeiro (BRA), Nicholas Baker (Ghana), der Drummer und Darabukaspieler Habib Samandi aus Tunesien und der geniale Schlagzeuger/Percussionist Petter Berndalen aus Stockholm an ihrem Wissen und Zugang zur Musik teilhaben lassen.

Was macht die (musikalische) Biographie eines Menschen aus?

Was macht meine aus?

Ein Geschenk am Anfang, das mich zur Musik zog, Menschen, die mit mir geteilt haben, Freunde, die ich auf ihrer Reise begleiten darf, und letztendlich: die Lust dranzubleiben und weiter zu lernen...